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Ingrid Wichers-Yildirim
About Ingrid Wichers-Yildirim

Ich bin gebürtige Hamburgerin (1959) , habe Sonderpaedagogik studiert und war viele Jahre in integrativen Einrichtungen beschaeftigt. Im Rahmen eines Zusatzstudiums begann ich Türkisch zu lernen und besuchte Seminare in Deutsch als Fremdsprache (DaF). Nach der Geburt unseres Sohnes zogen wir nach Manavgat. Ich arbeitete mehrere Jahre in einem Kindergarten. Danach legte ich den Schwerpunkt auf die sprachliche Förderung unser zweisprachig aufwachsenden Kinder . Inzwischen arbeite ich in unserer Firma im Bereich Personalwesen und habe seit 2011 die türkische Staatsbürgerschaft. Meine Erfahrungen und Kenntnisse die ich in über 20 Jahren gewonnen habe möchte ich gerne mit anderen teilen und zur Verfügung stellen

Vom Fremdsein und Nähe – und was Bücher damit zu tun haben können Teil II

Sprache öffnet Türen

Sprache ist für mich der Schlüssel zum Miteinander. Ich kann mir nicht vorstellen ohne Sprachkenntnisse im Ausland zu leben.  Genügend Vokabular um Einkäufe und ähnliches zu erledigen erwerben  die meisten irgendwann. Wirkliche Nähe allerdings, Freundschaft , Liebe  aber auch Konflikte  können nur  gelebt werden wenn ich mit meinen Mitmenschen angemessen kommunizieren kann. Schon das sichtbare Bemühen um den Erwerb der Sprache baut Brücken zu den Einheimischen und es ist ein großartiges Gefühl wenn man bemerkt, dass es mit der Verständigung immer besser klappt

Auch das Lesen einheimischer Literatur verschafft  Zugang zu dem Land und seinen Menschen.  In Büchern erschließt sich mir die  Vielfalt  unseres Lebens. Zum Glück gibt es in der Zwischenzeit eine Vielzahl von Übersetzungen  türkischer Literatur. Ich persönlich habe als junge Erwachsene die Bücher von Yaşar Kemal verschlungen :  den  Memed Zyklus , die anatolische Trilogie. Damals ahnte ich noch nicht dass ich irgendwann einmal in diesem Land leben würde.  Der großartige Künstler Zülfü Livaneli ist einer meiner Lieblingsautoren. Er ist Musiker, Komponist, Regisseur und  eben auch Buchautor. Auch etliche seiner Werke sind inzwischen ins Deutsche übersetzt. U.a. “Glückseligkeit”,  “Serenade für Nadja”, “Roman meines Lebens”. Livaneli schreibt einfach wunderbar und  schlägt immer einen Bogen zwischen persönlichen Gefühlen, Politik, Gesellschaft ,  Tradition und Moderne – und das alles ist immer fesselnd und spannend geschrieben.  “Das  Judasbaumtor” von Oya Baydar hat mich erst kürzlich in seinen Bann gezogen. Es spielt in İstanbul und vermischt auf gelungene Weise die Faszination dieser alten Stadt mit der persönlichen Geschichte der Hauptpersonen.

Auf meiner Liste der gelesenen Bücher und derer die ich noch lesen möchte stehen noch viele. Ausdrücken  möchte ich , dass einem das Fremde auch über diesen Weg weniger fremd erscheint. Wird doch deutlich dass wir letztlich alle nur Menschen sind, liebenswert aber eben mit Fehlern und Unzulänglichkeiten behaftet, geprägt durch die Verhältnisse in denen wir aufwuchsen. Da muss man eigentlich nichts bewerten. Wichtig ist doch, dass wir  neugierig bleiben und persönliche Begegnungen suchen. Das gilt für  die Ausländer hier wie dort , als auch für die Einheimischen an dem jeweiligen Ort.  Meine persönliches  Ankommen in diesem Land habe ich nicht zuletzt auch der  offenen Arme meiner Schwiegermutter zu verdanken, die mich so aufnahm und akzeptierte wie ich war. Eine  einfache Frau übrigens  mit wenig Schulbildung , aber mit Lebensklugheit und einem großen Herz.

Wenn also von Integration die Rede ist kann das immer nur ein gegenseitiges aufeinander Zugehen bedeuten, neugierig und offen.

Bücher ersetzen keine persönlichen Begegnungen, bereichern diese aber  da wir durch sie eine Ahnung von der Vielfältigkeit des Lebens  bekommen und   Nähe zu den Menschen hergestellt wird.

Wer sich für türkische Literatur interessiert :  https://www.perlentaucher.de/buchKSL/363_Tuerkische_Romane.html

Auf dieser Seite kann man eine große Auswahl an Titeln entdecken, mit einer kurzen Inhaltsangabe und Auszügen aus Rezensionen. Sehr hilfreich wenn man noch nicht so genau weiß womit denn anfangen.

Bücher öffnen Welten

Ich freue mich über Kommentare und Buchempfehlungen

Hallo, mein Name ist Ingrid Wichers-Yildirim, ich bin gebürtige Hamburgerin (1959), habe Sonderpädagogik studiert und war viele Jahre in integrativen Einrichtungen beschäftigt. Im Rahmen eines Zusatzstudiums begann ich Türkisch zu lernen und besuchte Seminare in Deutsch als Fremdsprache (DaF).
Nach der Geburt unseres Sohnes zogen wir nach Manavgat. Ich arbeitete mehrere Jahre in einem Kindergarten. Danach legte ich den Schwerpunkt auf die sprachliche Förderung unser zweisprachig aufwachsenden Kinder . Inzwischen arbeite ich in unserer Firma im Bereich Personalwesen und habe seit 2011 die türkische Staatsbürgerschaft.
Meine Erfahrungen und Kenntnisse die ich in über 20 Jahren gewonnen habe möchte ich gerne mit anderen teilen und zur Verfügung stellen.

Vom Fremdsein und Nähe – und was Bücher damit zu tun haben können Teil I

Wir sind alle Ausländer

Integration , Leitkultur, Parallelwelten, Fremde  und Überfremdung….das sind die Schlagwörter mit denen wir  seit Monaten in den Medien überschüttet werden.

Wir  leben im Ausland, in der Türkei,  wir haben einen Aufenthaltstatus oder aber sind Eingebürgerte mit “Migrationshintergrund “ –  und wir sind freiwillig hier. Unsere  Erfahrungen als Ausländer in einem fremden Land müssten uns eigentlich  besonders sensibel machen für die Situation der Ausländer in Deutschland…seien es Arbeitsmigranten oder  aber Flüchtlinge.  Ich höre bereits den Einwand das sei etwas ganz anderes…

Ist es das wirklich? Wir unterscheiden  uns durch unsere Priviligiertheit. Kein Krieg und keine Katastrophen haben uns genötigt unser  Herkunftsland zu verlassen und die Rückkehr (im Notfall oder wenn es nicht mehr passt) ist für fast alle eine Option. Davon aber  abgesehen haben auch wir  einen anderen kulturellen Hintergrund, sind anders aufgewachsen, fühlen uns manchmal fremd, sind öfters auf Hilfe angewiesen  und betrachten das Leben in der Fremde durch unsere Brille.

Darum denke ich es ist nicht verkehrt einmal in einen imaginären Spiegel zu schauen und sich selber– ohne erhobenen Zeigefinger –   ein paar Fragen zu stellen :

Wie fühle ich mich in diesem Land, spüre ich ständig mein Anderssein,  habe ich Kontakte zu Einheimischen und wie sehen diese aus. Fühle ich mich willkommen  und  akzeptiert oder habe ich häufig das Gefühl mich schützen und abschotten zu müssen. Bin ich integriert in mein türkisches Umfeld, möchte ich das überhaupt sein? Könnte und wollte ich hier auch leben wenn es außer mir keine anderen Ausländer gebe? Spreche ich Türkisch und wenn auf welchem Niveau, lerne ich dazu oder stagnieren meine Kenntnisse. Interessiere ich mich für die Einheimischen, bin ich neugierig mit welchen Liedern sie aufwuchsen, welche Geschichten ihnen erzählt wurden. Kenne ich die Geschichte dieses Landes, ihre Künstler und ihre Dichter? Mir begegnet so viel was ich nicht verstehe: möchte ich es verstehen oder befremdet es mich nur. Muss ich belehren oder  kann ich auch etwas lernen von den Einheimischen, sehe ich überwiegend Trennendes oder erlebe ich auch Verbindendes…..

Dieser Liste hat bestimmt jede/r noch etwas hinzuzufügen und es gibt auf viele dieser Fragen auch keine endgültigen Antworten , denn das Hiersein ist ja nicht erstarrt  sondern befindet sich in ständiger  Veränderung.

Ich selber wollte und will mich so wenig fremd wie möglich fühlen und darum ging es mir immer darum wie sich Nähe entwickeln kann ohne das ich mich völlig verbiegen muss.

auf geht’s zum zweiten Teil …..

Gedanken und Ideen zu diesem Thema interessieren mich

Hallo, mein Name ist Ingrid Wichers-Yildirim, ich bin gebürtige Hamburgerin (1959), habe Sonderpädagogik studiert und war viele Jahre in integrativen Einrichtungen beschäftigt. Im Rahmen eines Zusatzstudiums begann ich Türkisch zu lernen und besuchte Seminare in Deutsch als Fremdsprache (DaF).
Nach der Geburt unseres Sohnes zogen wir nach Manavgat. Ich arbeitete mehrere Jahre in einem Kindergarten. Danach legte ich den Schwerpunkt auf die sprachliche Förderung unser zweisprachig aufwachsenden Kinder . Inzwischen arbeite ich in unserer Firma im Bereich Personalwesen und habe seit 2011 die türkische Staatsbürgerschaft.
Meine Erfahrungen und Kenntnisse die ich in über 20 Jahren gewonnen habe möchte ich gerne mit anderen teilen und zur Verfügung stellen.

Mein Kind wächst mit zwei Sprachen auf – Erfahrungen und Tipps – Teil III

Wie kann ich mein Kind gezielt fördern ?

Im Vorschulalter  und in den ersten  2 bis 3 Grundschuljahren haben wir unseren Kindern einmal in der Woche Deutschunterricht angedeihen lassen. Dabei habe ich  mit Hilfe von Grundschulmaterialien aus Deutschland  den Schwerpunkt auf  Erweiterung des Ausdrucks  – Erzählen und Schreiben  von Erlebnissen und Geschichten –  sowie auf die Rechtschreibung gelegt.

Die deutsche Rechtschreibung ist so schwierig – im Gegensatz zur vergleichsweise leichten  türkischen Schreibweise – dass ich es für wichtig erachtete, unsere Kinder hierin zu fördern. Das ist sicherlich unterschiedlich gut gelungen. Dennoch kann ich in der Rückbetrachtung unserer relativ kleinen Gruppe von Kindern sagen, dass diejenigen, die sich  in den ersten Schuljahren mit der deutschen Schriftsprache beschäftigt  haben, relativ fehlerfrei Deutsch schreiben können. Den Rest erledigt dann die Übung – falls die Lebensumstände  es erfordern – und das Korrekturprogramm  von Word 😉

Darüber hinaus war es mir auch wichtig in unserem  Kurs die Themen in Projektform zu bearbeiten . Das steigerte das Interesse und auch langweilige Grammatikübungen wurden spannender wenn sie im Rahmen des Haustierprojektes, unseres selbstgemachten Geschichtenbuchs oder  unseres Projektes über die Römer  stattfanden.

Für die meisten Kinder war diese Art des Lernens etwas völlig Neues und sie hatten wirklich Spaß an diesem Deutschunterricht. Ungefähr ab der 3. Grundschulklasse lies das Interesse langsam nach und es gab auch immer mehr zeitliche Probleme. Dennoch: ein Grundwissen war vermittelt.

Wenn  grundsätzliches Interesse besteht an so einem  Deutschkurs  wenden Sie sich gerne an mich. Wie das im Einzelnen aussehen soll können wir dann gemeinsam besprechen. Es erhöht den Spaßfaktor und die Freude am Lernen immer wenn  das Kind nicht alleine ist sondern mit 2 oder 3 anderen zusammen lernt.

Da mir der Unterricht immer viel Freude gemacht hat  kann ich mir vorstellen mich nochmal an so einem Projekt zu beteiligen, sei es mit Anregungen und Vorschlägen oder aber auch durch aktive Teilnahme.

Was denkt ihr darüber?

Schreibt mir bitte wenn ihr Interesse an einer gezielten Förderung eures Kindes in Deutsch habt.

Hallo, mein Name ist Ingrid Wichers-Yildirim, ich bin gebürtige Hamburgerin (1959), habe Sonderpädagogik studiert und war viele Jahre in integrativen Einrichtungen beschäftigt. Im Rahmen eines Zusatzstudiums begann ich Türkisch zu lernen und besuchte Seminare in Deutsch als Fremdsprache (DaF).
Nach der Geburt unseres Sohnes zogen wir nach Manavgat. Ich arbeitete mehrere Jahre in einem Kindergarten. Danach legte ich den Schwerpunkt auf die sprachliche Förderung unser zweisprachig aufwachsenden Kinder . Inzwischen arbeite ich in unserer Firma im Bereich Personalwesen und habe seit 2011 die türkische Staatsbürgerschaft.
Meine Erfahrungen und Kenntnisse die ich in über 20 Jahren gewonnen habe möchte ich gerne mit anderen teilen und zur Verfügung stellen.

Mein Kind wächst mit zwei Sprachen auf – Erfahrungen und Tipps – Teil II

Mein Kind ist in der Schule – und nun ?

Mit dem Schuleintritt verschiebt sich verständlicherweise der Schwerpunkt auf die Türkische Sprache. Das ist auch gut so, denn schließlich müssen sich die Kinder in der Schule behaupten, die notwendigen Kulturtechniken erlernen  und im System Schule ihren Platz finden. Da das türkische Schulsystem sehr raumgreifend ist, allein schon was den Zeitumfang betrifft,  erscheint es fast unmöglich daneben noch  für die Weiterentwicklung auch der deutschen Sprache zu sorgen.

Dennoch gibt es Möglichkeiten, auch das Deutsche nicht ganz zu vernachlässigen. Welcher Art diese sind hängt natürlich von den persönlichen Lebensumständen ab. Ich möchte hier einige Vorschläge machen:

Kinder die Freude an Büchern haben – möglichst durch  Vorlesen im Kleinkindalter geweckt – mögen vielleicht auf Deutsch lesen. Sie können ihrem Kind ( auch wenn es selber schon lesen kann ) immer noch Abends vorlesen wenn es das mag. Irgendwann wird es vielleicht bei entsprechendem Angebot selber zu einem Buch greifen Mein Sohn hat z.B. viel gelesen und  zwar immer auf Deutsch da deutsche Kinderbücher einfach attraktiver waren – heute liest er fast nur noch türkische Literatur.

Aber nicht jedes Kind mag Bücher lesen . Deutschsprachiges Kinderfernsehprogramm und Computerlernspiele  sind  ebenfalls eine Hilfe

Es gibt attraktive Lernmaterialien für Vorschulkinder und Grundschüler , es lohnt sich diese zu besorgen ( teilweise auch im Internet zum download  vorhanden)  und mit Ihrem Kind  und seinen Freunden spielerisch zu bearbeiten.

Sie können sich mit anderen Eltern zusammentun und einen Deutschkurs für die Kinder organisieren. Dabei ist es natürlich wichtig, dass dieser Spiel und Spaßcharakter hat, da die Kinder meist ohnehin schon viel Schulstress haben – Samstage bieten sich dafür an .

Wer aber meint, dass sich so etwas in den Schulalltag überhaupt nicht einbauen lässt kann  in den langen Sommerferien etwas organisieren – selbst wenn kein Deutschlandaufenthalt drin ist, der natürlich auch die Sprachkompetenz erweitert

Welche Möglichkeiten es gibt, gezielt die deutsche Sprache der Kinder zu fördern darauf werde ich konkreter im nächsten Teil eingehen. Da ich viele Jahre unseren Kindern in kleinen Gruppen Deutschunterricht gegeben habe, verfüge ich über einige Erfahrung, die ich gerne weitergebe

Was denkt ihr darüber?

Schreibt mir bitte eure Erfahrungen und Fragen zu diesem Thema!

Hallo, mein Name ist Ingrid Wichers-Yildirim, ich bin gebürtige Hamburgerin (1959), habe Sonderpädagogik studiert und war viele Jahre in integrativen Einrichtungen beschäftigt. Im Rahmen eines Zusatzstudiums begann ich Türkisch zu lernen und besuchte Seminare in Deutsch als Fremdsprache (DaF).
Nach der Geburt unseres Sohnes zogen wir nach Manavgat. Ich arbeitete mehrere Jahre in einem Kindergarten. Danach legte ich den Schwerpunkt auf die sprachliche Förderung unser zweisprachig aufwachsenden Kinder . Inzwischen arbeite ich in unserer Firma im Bereich Personalwesen und habe seit 2011 die türkische Staatsbürgerschaft.
Meine Erfahrungen und Kenntnisse die ich in über 20 Jahren gewonnen habe möchte ich gerne mit anderen teilen und zur Verfügung stellen.

Mein Kind wächst mit zwei Sprachen auf – Erfahrungen und Tipps – Teil I

Zweisprachig aufwachsen

Ich lebe seit über 20 Jahren hier in Manavgat. Mein Sohn ist zweisprachig aufgewachsen und studiert inzwischen in İstanbul. Etliche Jahre habe ich hier in einem Kindergarten gearbeitet und privat unseren zweisprachig aufwachsenden Kindern Deutschunterricht gegeben.

Durch meine Arbeit im Kindergarten habe ich viele Frauen kennengelernt die in einer ähnlichen Situation waren wie ich. Alle unsere inzwischen erwachsenen Kinder sind zweisprachig aufgewachsen und sind ohne Abstriche bilingual…. Manche beherrschen sogar 3 Sprachen mühelos. Dennoch sind mir im Laufe der Jahre immer wieder Eltern begegnet, die aus den verschiedensten Gründen verunsichert waren und befürchteten ihre Kinder hätten Nachteile wenn sie mit beiden Sprachen aufwachsen. Genährt wird diese Befürchtungen manchmal von Kommentaren der Erzieherinnen in Kindergärten oder von Lehrern in der Schule.

Ich möchte alle Eltern ermutigen : wenn Vater und Mutter verschiedene Muttersprachen haben ist das DIE Chance für das Kind beide Sprachen simultan zu erwerben. Das dieses ein unschätzbarer Wert ist brauche ich sicherlich nicht auszuführen. Wichtig ist allerdings, das die Eltern selber keinen Sprachenmix machen, d.h. die jeweilige Sprache sollte auf jeden Fall personenbezogen sein. Mein Mann hat immer Türkisch mit unserem Sohn gesprochen und ich stets Deutsch. Beide Sprachen waren bis zum Schuleintritt nahezu gleichgewichtig: Dem rein türkische Umfeld in Familie, Nachbarschaft und Kindergarten standen mein Freundeskreis mit deutschsprachigen Müttern und ebenfalls deutschsprachigen Kindern gegenüber, sowie meine intensiven Deutschlandaufenthalte.

Irgendwann verschob sich der Schwerpunkt auf die Türkische Sprache ausgelöst durch die Schule und die altersgemäße Ablösung von der Dauerbegleitung durch die Mütter . Aber die Grundlagen waren gelegt, die Kinder sprechen akzentfrei Deutsch und Türkisch.

Ich möchte trotzdem auf einige Bedenken näher eingehen. Natürlich gibt es Unterschiede bei den Kindern in der Sprachgewandtheit, manche Kinder mixen auch beide Sprachen wenn ihnen nicht schnell genug das entsprechende Wort einfällt. Es kann auch passieren dass eine besorgte Klassenlehrerin in der Grundschule auf Sie zukommt und sagt das Kind solle besser kein Deutsch mehr sprechen da es doch noch Lücken im Türkischen hätte. Selbstverständlich kann es sein dass ein zweisprachig aufwachsendes Kind manches etwas später erlernt. Auch die Tiefe der Sprache, d.h. der Reichtum des Sprachschatzes kann (muss aber nicht ) sich von den nur Türkisch sprechenden Grundschülern unterscheiden. Nach unserer Erfahrung hat sich das aber recht schnell ausgeglichen. Dieser nicht zwingend vorhandene Nachteil wiegt auf keinen Fall die Vorteile der Zweisprachigkeit auf. Bilinguale Kinder lernen in der Regel auch leichter eine Fremdsprache.

Die Klassenlehrerin meines Sohnes die mich irgendwann auch besorgt beiseite nahm hat mich Jahre spaeter nochmal angesprochen und gesagt, dass sie saehe das wir damals Recht hatten als wir darauf beharrten weiterhin auch das Deutsche zu fördern. Das hat mich sehr gefreut.

Was denkt ihr darüber?

Schreibt mir bitte eure Erfahrungen zu diesem Thema!

Hallo, mein Name ist Ingrid Wichers-Yildirim, ich bin gebürtige Hamburgerin (1959), habe Sonderpädagogik studiert und war viele Jahre in integrativen Einrichtungen beschäftigt. Im Rahmen eines Zusatzstudiums begann ich Türkisch zu lernen und besuchte Seminare in Deutsch als Fremdsprache (DaF).
Nach der Geburt unseres Sohnes zogen wir nach Manavgat. Ich arbeitete mehrere Jahre in einem Kindergarten. Danach legte ich den Schwerpunkt auf die sprachliche Förderung unser zweisprachig aufwachsenden Kinder . Inzwischen arbeite ich in unserer Firma im Bereich Personalwesen und habe seit 2011 die türkische Staatsbürgerschaft.
Meine Erfahrungen und Kenntnisse die ich in über 20 Jahren gewonnen habe möchte ich gerne mit anderen teilen und zur Verfügung stellen.