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Mein Kind wächst mit zwei Sprachen auf – Erfahrungen und Tipps – Teil III

Wie kann ich mein Kind gezielt fördern ?

Im Vorschulalter  und in den ersten  2 bis 3 Grundschuljahren haben wir unseren Kindern einmal in der Woche Deutschunterricht angedeihen lassen. Dabei habe ich  mit Hilfe von Grundschulmaterialien aus Deutschland  den Schwerpunkt auf  Erweiterung des Ausdrucks  – Erzählen und Schreiben  von Erlebnissen und Geschichten –  sowie auf die Rechtschreibung gelegt.

Die deutsche Rechtschreibung ist so schwierig – im Gegensatz zur vergleichsweise leichten  türkischen Schreibweise – dass ich es für wichtig erachtete, unsere Kinder hierin zu fördern. Das ist sicherlich unterschiedlich gut gelungen. Dennoch kann ich in der Rückbetrachtung unserer relativ kleinen Gruppe von Kindern sagen, dass diejenigen, die sich  in den ersten Schuljahren mit der deutschen Schriftsprache beschäftigt  haben, relativ fehlerfrei Deutsch schreiben können. Den Rest erledigt dann die Übung – falls die Lebensumstände  es erfordern – und das Korrekturprogramm  von Word 😉

Darüber hinaus war es mir auch wichtig in unserem  Kurs die Themen in Projektform zu bearbeiten . Das steigerte das Interesse und auch langweilige Grammatikübungen wurden spannender wenn sie im Rahmen des Haustierprojektes, unseres selbstgemachten Geschichtenbuchs oder  unseres Projektes über die Römer  stattfanden.

Für die meisten Kinder war diese Art des Lernens etwas völlig Neues und sie hatten wirklich Spaß an diesem Deutschunterricht. Ungefähr ab der 3. Grundschulklasse lies das Interesse langsam nach und es gab auch immer mehr zeitliche Probleme. Dennoch: ein Grundwissen war vermittelt.

Wenn  grundsätzliches Interesse besteht an so einem  Deutschkurs  wenden Sie sich gerne an mich. Wie das im Einzelnen aussehen soll können wir dann gemeinsam besprechen. Es erhöht den Spaßfaktor und die Freude am Lernen immer wenn  das Kind nicht alleine ist sondern mit 2 oder 3 anderen zusammen lernt.

Da mir der Unterricht immer viel Freude gemacht hat  kann ich mir vorstellen mich nochmal an so einem Projekt zu beteiligen, sei es mit Anregungen und Vorschlägen oder aber auch durch aktive Teilnahme.

Was denkt ihr darüber?

Schreibt mir bitte wenn ihr Interesse an einer gezielten Förderung eures Kindes in Deutsch habt.

Hallo, mein Name ist Ingrid Wichers-Yildirim, ich bin gebürtige Hamburgerin (1959), habe Sonderpädagogik studiert und war viele Jahre in integrativen Einrichtungen beschäftigt. Im Rahmen eines Zusatzstudiums begann ich Türkisch zu lernen und besuchte Seminare in Deutsch als Fremdsprache (DaF).
Nach der Geburt unseres Sohnes zogen wir nach Manavgat. Ich arbeitete mehrere Jahre in einem Kindergarten. Danach legte ich den Schwerpunkt auf die sprachliche Förderung unser zweisprachig aufwachsenden Kinder . Inzwischen arbeite ich in unserer Firma im Bereich Personalwesen und habe seit 2011 die türkische Staatsbürgerschaft.
Meine Erfahrungen und Kenntnisse die ich in über 20 Jahren gewonnen habe möchte ich gerne mit anderen teilen und zur Verfügung stellen.

Mein Kind wächst mit zwei Sprachen auf – Erfahrungen und Tipps – Teil II

Mein Kind ist in der Schule – und nun ?

Mit dem Schuleintritt verschiebt sich verständlicherweise der Schwerpunkt auf die Türkische Sprache. Das ist auch gut so, denn schließlich müssen sich die Kinder in der Schule behaupten, die notwendigen Kulturtechniken erlernen  und im System Schule ihren Platz finden. Da das türkische Schulsystem sehr raumgreifend ist, allein schon was den Zeitumfang betrifft,  erscheint es fast unmöglich daneben noch  für die Weiterentwicklung auch der deutschen Sprache zu sorgen.

Dennoch gibt es Möglichkeiten, auch das Deutsche nicht ganz zu vernachlässigen. Welcher Art diese sind hängt natürlich von den persönlichen Lebensumständen ab. Ich möchte hier einige Vorschläge machen:

Kinder die Freude an Büchern haben – möglichst durch  Vorlesen im Kleinkindalter geweckt – mögen vielleicht auf Deutsch lesen. Sie können ihrem Kind ( auch wenn es selber schon lesen kann ) immer noch Abends vorlesen wenn es das mag. Irgendwann wird es vielleicht bei entsprechendem Angebot selber zu einem Buch greifen Mein Sohn hat z.B. viel gelesen und  zwar immer auf Deutsch da deutsche Kinderbücher einfach attraktiver waren – heute liest er fast nur noch türkische Literatur.

Aber nicht jedes Kind mag Bücher lesen . Deutschsprachiges Kinderfernsehprogramm und Computerlernspiele  sind  ebenfalls eine Hilfe

Es gibt attraktive Lernmaterialien für Vorschulkinder und Grundschüler , es lohnt sich diese zu besorgen ( teilweise auch im Internet zum download  vorhanden)  und mit Ihrem Kind  und seinen Freunden spielerisch zu bearbeiten.

Sie können sich mit anderen Eltern zusammentun und einen Deutschkurs für die Kinder organisieren. Dabei ist es natürlich wichtig, dass dieser Spiel und Spaßcharakter hat, da die Kinder meist ohnehin schon viel Schulstress haben – Samstage bieten sich dafür an .

Wer aber meint, dass sich so etwas in den Schulalltag überhaupt nicht einbauen lässt kann  in den langen Sommerferien etwas organisieren – selbst wenn kein Deutschlandaufenthalt drin ist, der natürlich auch die Sprachkompetenz erweitert

Welche Möglichkeiten es gibt, gezielt die deutsche Sprache der Kinder zu fördern darauf werde ich konkreter im nächsten Teil eingehen. Da ich viele Jahre unseren Kindern in kleinen Gruppen Deutschunterricht gegeben habe, verfüge ich über einige Erfahrung, die ich gerne weitergebe

Was denkt ihr darüber?

Schreibt mir bitte eure Erfahrungen und Fragen zu diesem Thema!

Hallo, mein Name ist Ingrid Wichers-Yildirim, ich bin gebürtige Hamburgerin (1959), habe Sonderpädagogik studiert und war viele Jahre in integrativen Einrichtungen beschäftigt. Im Rahmen eines Zusatzstudiums begann ich Türkisch zu lernen und besuchte Seminare in Deutsch als Fremdsprache (DaF).
Nach der Geburt unseres Sohnes zogen wir nach Manavgat. Ich arbeitete mehrere Jahre in einem Kindergarten. Danach legte ich den Schwerpunkt auf die sprachliche Förderung unser zweisprachig aufwachsenden Kinder . Inzwischen arbeite ich in unserer Firma im Bereich Personalwesen und habe seit 2011 die türkische Staatsbürgerschaft.
Meine Erfahrungen und Kenntnisse die ich in über 20 Jahren gewonnen habe möchte ich gerne mit anderen teilen und zur Verfügung stellen.

Mein Kind wächst mit zwei Sprachen auf – Erfahrungen und Tipps – Teil I

Zweisprachig aufwachsen

Ich lebe seit über 20 Jahren hier in Manavgat. Mein Sohn ist zweisprachig aufgewachsen und studiert inzwischen in İstanbul. Etliche Jahre habe ich hier in einem Kindergarten gearbeitet und privat unseren zweisprachig aufwachsenden Kindern Deutschunterricht gegeben.

Durch meine Arbeit im Kindergarten habe ich viele Frauen kennengelernt die in einer ähnlichen Situation waren wie ich. Alle unsere inzwischen erwachsenen Kinder sind zweisprachig aufgewachsen und sind ohne Abstriche bilingual…. Manche beherrschen sogar 3 Sprachen mühelos. Dennoch sind mir im Laufe der Jahre immer wieder Eltern begegnet, die aus den verschiedensten Gründen verunsichert waren und befürchteten ihre Kinder hätten Nachteile wenn sie mit beiden Sprachen aufwachsen. Genährt wird diese Befürchtungen manchmal von Kommentaren der Erzieherinnen in Kindergärten oder von Lehrern in der Schule.

Ich möchte alle Eltern ermutigen : wenn Vater und Mutter verschiedene Muttersprachen haben ist das DIE Chance für das Kind beide Sprachen simultan zu erwerben. Das dieses ein unschätzbarer Wert ist brauche ich sicherlich nicht auszuführen. Wichtig ist allerdings, das die Eltern selber keinen Sprachenmix machen, d.h. die jeweilige Sprache sollte auf jeden Fall personenbezogen sein. Mein Mann hat immer Türkisch mit unserem Sohn gesprochen und ich stets Deutsch. Beide Sprachen waren bis zum Schuleintritt nahezu gleichgewichtig: Dem rein türkische Umfeld in Familie, Nachbarschaft und Kindergarten standen mein Freundeskreis mit deutschsprachigen Müttern und ebenfalls deutschsprachigen Kindern gegenüber, sowie meine intensiven Deutschlandaufenthalte.

Irgendwann verschob sich der Schwerpunkt auf die Türkische Sprache ausgelöst durch die Schule und die altersgemäße Ablösung von der Dauerbegleitung durch die Mütter . Aber die Grundlagen waren gelegt, die Kinder sprechen akzentfrei Deutsch und Türkisch.

Ich möchte trotzdem auf einige Bedenken näher eingehen. Natürlich gibt es Unterschiede bei den Kindern in der Sprachgewandtheit, manche Kinder mixen auch beide Sprachen wenn ihnen nicht schnell genug das entsprechende Wort einfällt. Es kann auch passieren dass eine besorgte Klassenlehrerin in der Grundschule auf Sie zukommt und sagt das Kind solle besser kein Deutsch mehr sprechen da es doch noch Lücken im Türkischen hätte. Selbstverständlich kann es sein dass ein zweisprachig aufwachsendes Kind manches etwas später erlernt. Auch die Tiefe der Sprache, d.h. der Reichtum des Sprachschatzes kann (muss aber nicht ) sich von den nur Türkisch sprechenden Grundschülern unterscheiden. Nach unserer Erfahrung hat sich das aber recht schnell ausgeglichen. Dieser nicht zwingend vorhandene Nachteil wiegt auf keinen Fall die Vorteile der Zweisprachigkeit auf. Bilinguale Kinder lernen in der Regel auch leichter eine Fremdsprache.

Die Klassenlehrerin meines Sohnes die mich irgendwann auch besorgt beiseite nahm hat mich Jahre spaeter nochmal angesprochen und gesagt, dass sie saehe das wir damals Recht hatten als wir darauf beharrten weiterhin auch das Deutsche zu fördern. Das hat mich sehr gefreut.

Was denkt ihr darüber?

Schreibt mir bitte eure Erfahrungen zu diesem Thema!

Hallo, mein Name ist Ingrid Wichers-Yildirim, ich bin gebürtige Hamburgerin (1959), habe Sonderpädagogik studiert und war viele Jahre in integrativen Einrichtungen beschäftigt. Im Rahmen eines Zusatzstudiums begann ich Türkisch zu lernen und besuchte Seminare in Deutsch als Fremdsprache (DaF).
Nach der Geburt unseres Sohnes zogen wir nach Manavgat. Ich arbeitete mehrere Jahre in einem Kindergarten. Danach legte ich den Schwerpunkt auf die sprachliche Förderung unser zweisprachig aufwachsenden Kinder . Inzwischen arbeite ich in unserer Firma im Bereich Personalwesen und habe seit 2011 die türkische Staatsbürgerschaft.
Meine Erfahrungen und Kenntnisse die ich in über 20 Jahren gewonnen habe möchte ich gerne mit anderen teilen und zur Verfügung stellen.